Die Medienmeldung dieser Woche: Um jährlich 20 Millionen Euro einzusparen, will die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ bis zu 200 Arbeitsplätze, davon 40 Redakteursstellen, streichen. Insgesamt werden somit rund ein Viertel der Mitarbeiter die Zeitung verlassen. Die Krise der Printmedien hat damit abermals einen traurigen Höhepunkt erreicht und schockt die Medienbranche. Die Gründe werden allerorten diskutiert und sind vielfältig. Deshalb erspare ich mir hier an dieser Stelle weitere Ausführungen zum Thema Ursachen. Als Profi-Kommunikatorin erscheint mir jedoch eine ganz andere Tatsache sehr interessant…

Während die Meldung über den Stellenabbau sich seit Dienstag über durchweg alle Kanäle wie ein Lauffeuer verbreitete, ist in der gestrigen und auch heutigen gedruckten Ausgabe der FAZ kein einziges Wort in eigener Sache über diese so einschneidende Maßnahme zu lesen. Ein Skandal? Ja!

Aus PR-Sicht ist die FAZ hier ganz schlecht beraten und macht ihre Hausaufgaben nicht. Zum einen entspricht die komplette Negierung des Sachverhaltes in keiner Weise dem eigenen hohen journalistischen Anspruch der renommierten Zeitung. Wo bleibt die Glaubwürdigkeit? Was ist mit Transparenz? Hier vergibt die Geschäftsleitung die Chance, die eigene Version zur unpopulären Maßnahme zu veröffentlichen und allen öffentlich geäußerten Gründen den Wind aus den Segeln zu nehmen. So bleibt das angebliche Versagen und das Fehlmanagement der FAZ-Führungsriege seitens der so Gescholtenen unkommentiert – von einer Schadensbegrenzung kann nicht die Rede sein – im Gegenteil. Jegliche Hintergrund- oder Zusatzinformationen hätten Glaubwürdigkeit geschaffen, vielleicht sogar Akzeptanz und Verständnis und dabei sicherlich die öffentliche Diskussion in eine andere Richtung manövriert. Diese Chance scheint jetzt vertan. Ein Image-Debakel, das in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation auch den eingefleischten FAZ-Leser irritiert und dem Blatt noch mehr schadet… Dahinter steckte sicherlich kein kluger Kopf.