Was in großen, international operierenden Unternehmen schon selbstverständlich ist, wird vom deutschen Mittelstand immer noch stiefmütterlich behandelt oder gar ignoriert: Interne Kommunikation als wichtiger Bestandteil der integrierten Unternehmenskommunikation. Warum?  Zum einen weil knappe Budgets gerade noch die umsatzsteigernde Kommunikation mit den externen Ziel- und Bezugsgruppen zulassen, zum anderen weil die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Dialogs mit der „eigenen Mannschaft“ einfach nicht gesehen wird. Ich sitze häufig vor Geschäftsführern und/oder Marketingleitern (die klassischer Weise auch nebenbei die Verantwortung für die Unternehmenskommunikation tragen), referiere über „mitarbeiterorientierte, horizontale Kommunikation, die auf Wissens- und Informationsaustausch sowie menschliche Ur-Bedürfnisse des Wahrgenommen- und Gesehen-Werdens eingeht, liefere Lösungsansätze und stoße auf blankes Unverständnis: „Herrje, ist das so wirklich notwendig?“ Ja, ist es!

Natürlich wird in jedem Unternehmen kommuniziert. Die Frage ist nur wie. Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die nicht nur fachlich qualifiziert sind, sondern in ihrem Tun Eigeninitiative entwickeln, unternehmerisch denken, die die Unternehmensziele kennen, verstehen, mittragen und den sogenannten „sense of ownership“ haben. Diese „Softskills“ bekommt man jedoch nicht in die Wiege gelegt. Sie sind das Ergebnis intensiver kontinuierlicher Mitarbeiterkommunikation. Eine entscheidende Rolle kommt hierbei der Kommunikationsleistung von Führungskräften zu. Es reicht nicht aus Informationen aus der Chefetage eins-zu-eins weiterzugeben – das geschieht in der Regel sowieso in den seltensten Fällen – Führungskräfte müssen lernen Inhalte nicht einfach nur weiterzuleiten, sondern diese auf die Bedürfnisse „ihrer“ Abteilung zurechtzuschneiden und bei der Interpretation und Einordnung von Management-Botschaften zu helfen. Wichtiger als das „Was“ ist hier das „Wie“ und „Warum“, denn der Empfänger bestimmt die Bedeutung der Message nicht der Sender.

Das Titel-Zitat trifft also den Kern des Dilemmas: „Kommunikationszäune“ – egal ob aus Unwissenheit oder Unvermögen – verhindern, dass Mitarbeiter angemessen informiert werden, sich ernstgenommen und miteinbezogen fühlen und sich motiviert und ergebnis- und wertorientiert im Sinne des Arbeitgebers einbringen können. Gerade junge qualifizierte Fachkräfte stellen an Unternehmen hier ganz neue Anforderungen. Durchgestylte Büroräume, Social Areas, tolle Team Events, den Kickertisch in der Lounge, Getränke und Obst frei – all das ist vielleicht „nice to have“, aber für die junge, motivierte und mitdenkende Fachkraft bei der Wahl für einen Arbeitgeber nicht ausschlaggebend.