Letzte Woche erschien eine aktuelle Umfrage der dpa-Tochter news aktuell, die in Kooperation mit Faktenkontor bei 480 Pressestellen-Mitarbeitern die häufigsten Ursachen für Unzufriedenheit im PR-Job erfragt hat. Aufreger Nummer Eins ist demnach für 40% der Befragten die dürftige personelle Ausstattung von PR-Abteilungen. Ein Drittel der deutschen PRler ist zudem darüber frustriert, dass trotz allerlei bekannter Evaluationsverfahren der Erfolg von PR-Arbeit nur schlecht messbar und damit auch in nächst höhere Etage nur schwer vermittelbar ist. Fast jeder Vierte gibt außerdem als Frust-Grund an, dass PR von der eigenen Geschäftsführung nicht ernstgenommen wird. Und als wäre das alles noch nicht genug, ärgern sich immerhin 21% über zu kleine PR-Budgets.

Betrachtet man diese TOP-4 der angegebenen Frust-Ursachen genauer, so stellt man fest, dass hier – egal wie man es dreht und wendet – alles mit allem zusammenhängt: Eine nicht valide Messbarkeit der Ergebnisse macht eine Anerkennung für die PR-Arbeit durch die Geschäftsführung schwieriger, daraus resultieren dann weniger Budget und weniger Personal. Wo findet sich nun bitte der Ausgang aus diesem Dilemma?

Entscheidend sind Verständnis, Einsicht und der Rückhalt der Geschäftsführung

Viele Geschäftsführer haben eine diffuse Vorstellung von dem, was gute PR-Arbeit ist und was PR überhaupt im Rahmen der Unternehmensziele leisten kann. Einerseits ist bei den meisten das unbestimmte Gefühl vorhanden, dass PR „schon wichtig“ ist, dass man den „Output“ braucht – meistens in Form einer großen Anzahl mehr oder weniger relevanter Pressemitteilungen. Andererseits weiß man um die scheinbar „schwammige“ Zielsetzung von PR, die nur mittel- bis langfristige Wirksamkeit und natürlich wieder die schwere Messbarkeit der Erfolge.

Ohne, dass ich hier noch einmal die gesamte PR-Fachliteratur bemühen und das Dozieren beginnen will, muss noch einmal kurz die Frage erlaubt sein: Geht es bei der PR denn nicht zu allererst um Relationship Management? Darum, Beziehungen – im idealen Fall zwischen Menschen als Vertreter zwischen Unternehmen und stakeholdern – auf- und auszubauen?

Dass es auch ganz ohne lästige Akzeptanzprobleme geht, macht Social Media vor. Hier wird ganz selbstverständlich vom „engagement“ oder „encouragement“ der Zielgruppen gesprochen, vom langfristigen Dialog und Vertrauensaufbau – allein von Werten, deren Einfluss auf den allgemeinen Geschäftserfolg ebenso schwer belegbar ist wie die Zielsetzungen der PR.

Ähnlich verhält es sich mit Contentmarketing. Geboren aus der Einsicht, dass Online Marketing- Maßnahmen für sich alleine genommen Zielgruppen zunehmend eher verschrecken als per Click zum Kauf bewegen, soll Contentmarketing die nötigen Informationen bereitstellen, die den Kunden sukzessive „bearbeiten“ und auf dem längeren Weg zum Kauf bewegen.

Warum hat es dann die PR so schwer und frustriert anstatt Spaß zu machen? Ganz ehrlich:  Ich weiß es auch nicht. Ob es nun ein Imageproblem ist oder einfach die Tatsache, dass neue Besen besser kehren… Hinweise liefern könnte an dieser Stelle vielleicht eine Umfrage unter Entscheidungsträgern in Unternehmen zu deren Wissen, Erwartungen und Einstellungen in puncto PR. Das wäre zumindest ein erster wichtiger Schritt in Richtung „managing expectations“, der die Fronten klärt, Missverständnisse auf allen Seiten aus und den Weg räumt  und den Weg für eine – möglicherweise – ganz neue PR freimacht. To be continued…